Archiv für die Kategorie ‘Vor Christi Geburt’

Caesar und Hannibal

Samstag, 19. Juni 2010

Aus der Erde aufgetaucht, er würde sofort alles verstanden haben. Conde ebenfalls, aber Caesar und Hannibal nicht.” Uber Caesar: “Caesar steht starken Feinden im Kampf gegenüber; er stürzt sich durch seine Kühnheit in sehr gefährliche Abenteuer: er zieht sich durch sein Genie aus ihnen heraus. Seine Schlachten im Bürgerkrieg sind wirkliche Schlachten, sowohl in bezug auf die ihm gegenüberstehenden Feinde, wie auf deren Generäle. In diesem Mann ist das Genie ebenso stark wie die Kühnheit.” An Caesar fesselte ihn vor allem anderen die imporatorische Leistung und seine Tragödie; ihr widmet er das ganze Schlußkapitel seiner Darstellung, sie begeisterte ihn schon als Jüngling: “Welcher Mensch”, so hatte er damals ausgerufen, “würde nicht erdolcht werden wollen unter derBedingung, Caesar gewesen zu sein. Ein schwacher Strahl seines Ruhms würde überreichlich für einen frühzeitigen Tod entschädigen.” Und zu Goethe sagte er in Erfurt I808: “Sie sollten einmal ein Drama über Caesars Tod schreiben, aber in erhabenerem Stil, als es Voltaire getan hat. Die Welt soll einmal sehen, welches Glück ihr ein Caesar hätte bringen können, wenn man ihm Zeit gelassen hätte, die Pläne seines hochfliegenden Geistes in die Wirklichkeit umzusetzen.”

Kritik an den Feldherren

Samstag, 19. Juni 2010

So kommt es denn Napoleon in seinen drei so verschiedene Zeitalter behandelnden Schriften vor allem darauf an, das Gerheinsame herauszuarbeiten. Immer wieder entwickelt er jene einfachen Grundsätze, die kein Offizier ungestraft verletzt; sie sind sich gleichgeblieben. Um sie positiv oder negativ zu erweisen, übt er scharfe, ja oft übertrieben hart wirbende Kritik an den Feldherren. Aber bei genauerem Hinsehen maßt er sich nicht etwa an, alles besser zu machen, sondern er kritisiert in jener erlaubten Weise: daß nämlich derjenige, der etwas von der Sache versteht, das Recht besitzt scharf und hart zu kritisieren; es dürfte wohl wenige geben, die berufener dazu wären als er! Das erweist sich dann auch daran, daß sein Lob, so oft er es spendet, so erhebend wirkt, wie kein Lob eines weniger Berufenen es könnte.

Alle drei, jeder in seiner Art, werden von Napoleon zum höchsten Gipfel des Olymp erhoben: Caesar, als der nie erschlaffende Welteroberer und Imperator, Turenne als der genialste Taktiker, Friedrich als Herrscher im Kriege und als unüberwindlicher Charakter: “Seine Größe zeigte sich besonders in den kritischsten Augenblicken, und das ist das schönste Lob, das man seinem Charakter spenden kann.” Zu Las Cases sagte er über Friedrich: “Wie doch die Menschen oft von dem abweichen, was sie zu versprechen scheinen! Sie wissen offenbar selbst nicht immer, was sie eigentlich sind. Zu diesen gehörte Friedrich, der vor seinem ersten Siege davonläuft und sich während seiner ganzen späteren Laufbahn als der unerschrockenste, der ausdauerndste, der kaltblutigste Mensch bewährte.”

Von seinen weiteren zahlreichen Äußerungen über die von ihm im folgenden behandelten Feldherren seien hier die wichtigsten erwähnt. Ober Turenne: Von allen Feldherren vor ihm und vielleicht von allen, die nach ihm kämen, sei Turenne der größte. “Turenne Ist ein guter General; er ist der einzige, der im Alter immer kühner wird. Ich finde ihn um so vortrefflicher in seinen Operationen, als er durchaus so handelt, wie ich an seiner Stelle es getan haben würde. Hatte ich einen Mann wie Turenne gehabt, um mich bei meinen Feldzügen zu unterstützen, ich würde der Herr der Welt geworden sein. Turenne würde in der Führung großer Heere ein ebenso überlegenes Genie bewiesen haben, wie er dies mit seinen kleinen getan hat.

Die Vertreter der bis vor kurzem noch unbestrittenen Eiszeiteneinteilung

Dienstag, 20. April 2010

deuten mit Nachdruck darauf hin, daß sie nicht wüßten, ob wir uns zur Zeit einer neuen Eiszeit oder einer neuen Warmzeit nähern. Auch die neuesten Forschungen geben uns keinen sicheren Hinweis, welche Gebiete der Erdoberfläche sich in einer vorerst noch unberechenbaren Zukunft in den Nord- oder Südpol des Erdballs verwandeln werden.
So befindet sich die Erde in unaufhörlicher Entwicklung. Sie ist unaufhörlich Veränderungen ausgesetzt. Wir wissen nicht genau, wie sie entstanden ist, und können ihre Zukunft nicht voraussehen. Während sich der Ablauf eines Tages, eines Jahres unseres Lebens in erschreckender Raschheit vollzieht, stehen wir im Mittelpunkt einer Entwicklung, deren unendliche Langsamkeit unserer Vorstellung ebenso unfaßbar erscheint wie Zeit und Raum, in denen sie vor sich geht.

VOM DENKEN ZUM BESSEREN LEBEN
Wie sie auch immer entstanden sein mögen es steht fest, daß es Eiszeiten und Warmzeiten gegeben hat. Während der Warmzeiten gab es lange Regenperioden, in denen eine üppige Pflanzen- und vielgestaltige Tierwelt auch in Gegenden gedieh, die wir heute nur als Wüsten kennen. Wassermassen strömten von den Gletschern in die Meere, Landhebungen und Landsenkungen formten die Kontinente, verschütteten alte Lebensformen und ersetzten sie durch neue. Vermutlich hat damals keine einzige Stelle der Erdoberfläche so ausgesehen, wie sie heute aussieht.
Manche Gegenden, die heute mit ewigem Sommer gesegnet sind, waren vormals kalt, und manche jetzt von Eis und Schnee heimgesuchte Gebiete genossen tropisches Klima. Man muß über eine starke Einbildungskraft verfügen, um sich vorstellen zu können, daß sich einst Elefanten im Wiener Becken tummelten und Dattelpalmen an den Ufern des Rheins unter einem stets wolkenlosen blauen Himmel wuchsen.
Man kann in Museen und auf Abbildungen Skelettreste oder Nachbildungen der sogenannten »vorsintflutlichen« Reptilien und Fossilien betrachten — mit ungeheuren Fängen und gewaltigen Gebissen ausgestattete Urtiere, ungeheure Eidechsen, die sich schleichend oder

DAS ALTERTUM VOM DENKEN UND BESSEREN LEBEN

Eine Schöpfung des späten Eiszeitmenschen ist die »Venus von \Villendorf«. Schwere Brüste, übermäßig breite Hüften und die deutliche Markierung des Geschlechtsorgans zeigen das Gebanntsein von Fruchtbarkeit und Leben.
mit Känguruhsprüngen vorwärts bewegten und die sogar in der knöchernen Leblosigkeit des Skeletts Angst und Grauen erwecken. Wenn man sich vorstellt, wie auch noch Tiere, die sich später entwickelten, aussahen, und daß unsere Vorfahren zu ihrer Abwehr keine natürlichen Waffen besaßen, erscheint es wie ein Wunder, daß sie überhaupt fähig waren, sich am Leben zu erhalten, ja sich zu einer Gattung zu entwickeln, der es schließlich gelang, die Erde zu beherrschen.
Man könnte die Entwicklungsgeschichte des Menschen als die Geschichte der Überwindung größter Widerstände bezeichnen. Die Natur setzte den Menschen eisiger Kälte und glühender Hitze aus — den Menschen, das zweibeinige Lebewesen, dem sie zum Schutz der empfindlichen Haut nur eine immer spärlicher werdende Behaarung verliehen hatte, dessen Zähne nicht Hauer waren wie die der Raubtiere, dessen Zehen- und Fingernägel verkümmert schienen im Verhältnis zu den Krallen seiner vierbeinigen Zeitgenossen.
Der Mensch hatte Augen zum Sehen, er konnte riechen und hören, tasten und schmecken, aber weder sein Geruchssinn noch sein Gehör waren so vollkommen entwickelt wie bei den meisten Tieren. Er mußte, um den Tieren gewachsen zu sein, seine fünf Sinne besser zusammenhalten, um überlegen zu sein. Er durfte nicht wie die Tiere nur der schnuppernden Nase vertrauen oder dem scharfen Ohr. Er mußte lernen zu denken. Daß dies dem Menschen gelang, ist schlechthin grandios.
Was heißt: denken? Es gibt darüber viele Theorien, doch es mag am einfachsten sein, sich zu vergegenwärtigen, wie der Urmensch — dieses mit so mangelhaften Abwehrwaffen in die angriffslustige Welt gestellte Wesen — dazu kam, das Denken, das ihn von den anderen Lebewesen unterscheidet und über sie erhebt, zu seiner ureigenen, seiner eigentlichen Funktion zu machen : er lauert, er hat Hunger, er hat Angst — eine ewige Angst, wie Tiere Angst vor anderen haben, stärkeren, überlegeneren. Er muß vor allem eines besser können: sich verbergen, sich verborgen halten, solange die gefährliche Nähe des andern währt. Er muß das andere beobachten — und damit beginnt der Denkprozeß.
Während der Affe, dieses dem Menschen ähnlichste Lebewesen, sich fast ausschließlich damit begnügt, seine Umwelt im wahrsten Sinne des Wortes nachzuäffen, äfft der Mensch nicht blindlings nach, er sieht, er horcht, er lernt aus dem Verhalten des andern Lebewesens, was er für das eigene Leben braucht.
In seinem frühen Lebenskampf, in der harten Schule der Natur, half dem ersten Mann die erste Frau — ganz anders als dem Tiermännchen das Weibchen. Freilich verband die Menschen noch ein weiteres : die Sprache. Es mag erst nur eine Folge von Lauten gewesen sein, mit der sie
Erscheinungen der Umwelt, Gegenstände, Gefühlsempfindungen und auch sich wiederholende Ergebnisse ihres Denkvorganges bezeichneten und zum Ausdruck brachten. Nicht deutlich ausgesprochene Worte waren es, durch die sie sich miteinander verständigten, lediglich kurze Mitteilungen, Laute der Freude und des Vergnügens oder der Unlust und des Schmerzes.

Die Entstehung unserer Welt ist ein noch ungelöstes Geheimnis

Dienstag, 20. April 2010

Die Entstehung unserer Welt ist ein noch ungelöstes Geheimnis. Vor jedem Beginn, den die Wissenschaft gefunden zu haben glaubt, steht immer wieder ein neuer Beginn, und je größer die Summe des Erforschten ist, desto dringender wird die Frage nach dem Unerforschten: Woher kommen wir? Wohin gehen wir?
Die Reliquien der vorgeschichtlichen Vergangenheit des Menschen wurden von Fachgelehrten mit den modernsten Methoden untersucht und mit Tierknochen und Skeletten aus der gleichen Zeit verglichen. Auf diese Untersuchungen gestützt, sagt die Wissenschaft, daß menschenähnliche Wesen schon vor über einer Million Jahren lebten. Mehr als eine Million Jahre! — Das ist ein für unsere Begriffe unfaßbarer Zeitraum. Es hilft unserem Vorstellungsvermögen nur wenig, daß die Fundorte der Schädel und Knochenreste als Kennworte zur Bezeichnung unserer Vorfahren dienen: Heidelberg-, Peking-, Java-, Steinheim-, Neandertal-Urmensch und Altmenschen — wir sehen Schädel, deren Formen sich für unser ungeschultes Auge kaum voneinander unterscheiden. Wer die niedrige Schädelhöhe, die fliehende Stirn, die mächtigen Augenbrauen und vor allem das vorspringende  Gebiß des Java-Menschen mit dem Schädel eines Affen vergleicht,  könnte der alten Lehre der Abstammung des Menschen vom Affen vor 236000 zuneigen. Der Schädel des Steinheimer Menschen hingegen, ist der o Kopfform des heutigen Menschen schon ähnlicher.
Zahlreiche Skelettreste wurden im Neandertal bei Düsseldorf gefunden. Wenn man die Erscheinung des nach dem Fundort benannten Neandertalers nachbildet, fallen der ungewöhnlich große Schädel und der untersetzte Bau des Körpers auf. Auch der Neandertaler hat eine niedrige, fliehende Stirn, eine breite Nase, ein vorstehendes Gebiß, und wenn man sich vergegenwärtigt, daß er sich gebückt, vornübergebeugt vorwärts bewegte und zum Schutz gegen Kälte dicht behaart war, dann erscheint der Gedanke nicht ganz erfreulich, daß der Neandertaler als unser urmenschlicher Vorfahre gelten soll.
Der Neandertaler hat in der sogenannten »jüngeren Altsteinzeit«  gelebt.
Wir dürfen uns nicht dadurch befremden lassen, daß die Geologen, die Erforscher der Erdschichten, mit noch unvorstellbareren Zeiträumen rechnen als diejenigen Forscher, die sich »nur« mit dem Ursprung der Menschheit beschäftigen. Für die Geologen ist der
DAS ALTERTUM    VOM DENKEN ZUM BESSEREN LEBEN
Bis 540 Mill.v.Chr.
ab 60 Mill, v. Chr.
Mensch ein Neuankömmling auf der Erde, die sich nach ihren Berechnungen seit mehr als dreieinhalb Milliarden Jahren um die Sonne und um die eigene Achse dreht. Seit ihrem Anfang hat die Erde verschiedene Formen angenommen und sich in ihrer Zusammensetzung unaufhörlich verwandelt: vom flüssigen Feuer sich spaltender Atome zu dampfenden Gasen und Nebeln, zu Verdichtungen aller Art, bis die feste Kruste der Erdoberfläche entstand, die von den Meeren umspült wird. Aber auch seit der Erdball seine heutige, an den Polen abgeflachte Kugelform angenommen hat, sind Veränderungen auf seiner Oberfläche vor sich gegangen. Die Erdschichtforscher haben diese Entwicklung genau untersucht und zeitlich eingeteilt; sie sprechen von der Erdfrühzeit (Algonkium), dem Erdaltertum (Paläozoikum), dem Erdmittelalter (Mesozoikum) und der Erdneuzeit (Neozoikum).

In diesen schier unendlichen Zeiträumen haben sich die geologischen Schichten gebildet, die durch Tiefbohrungen erforscht wurden. Trotz modernster Methoden sind diese Bohrungen bisher aber nicht tiefer unter die Erdoberfläche gedrungen als etwa sechstausend Meter. Diese geologischen Untersuchungen, die von Gelehrten anderer naturwissenschaftlicher Gebiete überprüft und ergänzt wurden, haben zu wertvollen Erkenntnissen geführt, zum Beispiel über die Entstehung der Öl- und Kohlevorkommen unter der Erdoberfläche und über die Entstehung und Weiterentwicklung des Lebens in den einzelnen Epochen der Erdbildung : vom Schalentier zum Krustentier, vom Fisch zum Reptil, von den Vögeln zu den Säugetieren.
Die Ergebnisse und die Bewertung dieser Forschungen schwanken mit den Methoden der wissenschaftlichen Erkenntnis. Die Gelehrten sind gezwungen, sich über das Konkrete, das Greifbare und Faßbare in eine abstrakte Welt zu erheben und sich durch Formeln und Sinnbilder miteinander zu verständigen, die oft nur dem, der in die Geheimnisse der höheren Mathematik eingeweiht ist, verständlich sind. Sogar auf einem Gebiet, auf dem sich die gesamte Gelehrtenwelt schon recht sicher fühlte, traten in letzter Zeit neue Anschauungen auf, durch die bereits feststehende Gesichtspunkte im wahrsten Sinne des Wortes verschoben werden.

Es handelt sich um die sogenannten Eiszeiten, die Frostperioden, die den Erdball in den letzten sechshunderttausend Jahren heimgesucht haben sollen und durch Warmzeiten unterbrochen waren. Die allgemeine Anschauung ging dahin, daß große Teile Nordamerikas, Asiens und Europas viermal von Eis bedeckt waren. Diese Eiszeiten wurden nach kleinen Flüssen des deutschen Alpenvorlandes, den Abschmelzrinnen einzelner Gletschervorstöße, als Günz-, Mindel-, Riß- und WürmEiszeiten benannt. Die Entstehung und Dauer dieser Eiszeiten und die sie ablösenden Warmzeiten wurden auf Schwankungen der Strahlungsenergie, welche die Erde von der Sonne empfängt, zurückgeführt. Die neueste Forschung unternimmt es, nachzuweisen, daß die Eiszeiten nicht dadurch, sondern durch die Bewegung der Erdkugel entstanden sind, die in ihrer Drehung um sich selbst und um die Sonne ihren Nord- und Südpol verschoben hat, so daß sich die Wirkung der Sonnenstrahlen auf verschiedene Gebiete der Erdoberfläche entsprechend dieser Verschiebung verändern mußte.